Content ist King, Strategy die Queen – ein Paar für alle Ewigkeit

 

Habt ihr euch auch schon mal beim Lesen eines Blogartikel, einer Zeitschrift oder eines Buch mit den Gedanken „Das kann ich auch, ich mach jetzt meinen eigenen Blog“ oder „Na, so schwer kann es doch nicht sein ein Buch zu schreiben“ ertappt? Na dann, willkommen im Club. Ich habe mich vor einiger Zeit noch einen Schritt weitergewagt. Bin sozusagen ins kalte Wasser gesprungen. Voller Motivation und Ehrgeiz stürzte ich mich in die Tiefen der Satzzeichen, Ziffern und Letter. Mit Eleganz hatte die Landung dann eher wenig zu tun. Denn ganz ehrlich – gehaltvolle und nützliche Texte zu produzieren ist schwerer als gedacht.

Warum guter Content eine Strategie benötigt?

Schreiben und veröffentlichen von Inhalten wirkt aus Sicht des Lesers oder der Leserin relativ schmerzlos und einfach. Betrachtet man die ganze Sache jedoch von der anderen Seite erkennt man, dass es mehr benötigt als nur Zeit und Motivation – obwohl diese beiden Faktoren natürlich wichtig sind. Eine Website mit zweckdienlichen Informationen zu füllen, kann in manchen Situationen sogar den einen oder anderen Copywriter auf die Probe stellen. Denn wie schon gesagt: Texten fürs Web kann ganz schön knifflig sein.

In der Realität wird dem Content oftmals nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Viele Unternehmen legen mehr Wert auf Quantität statt auf Qualität. Ein einfallsloser Beitrag nach dem anderen ziert den Verlauf des Unternehmensblogs – eintönig, ermüdend und öde. Im Rausch der Gedanken die Userzahlen zu erhöhen und neue Kunden zu akquirieren, verabsäumen viele Unternehmen, dass genaue diese Vorgehensweise häufig dazu führt, dass das Ranking schlechter wird, die Konversationsrate nicht optimal verläuft oder die Leserzahlen weniger statt mehr werden.

Um all das zu vermeiden, ist es notwendig eine entsprechende Strategie aufzubauen. Diese Strategie ist wiederum abhängig von der Unternehmenskommunikation und Zielgruppe. Zum einen müsst ihr als Unternehmen oder Blogger wissen bzw. herausfinden, wer eure Zielgruppe ist. Was diese interessiert und vor allem wie diese kommuniziert. Um das alles in Erfahrung zu bringen, könnt ihr auf eine Vielzahl an Methoden und Tools zurückgreifen, die euch bei der Zielgruppenanalyse unterstützt. Zum anderen ist es von Vorteil zu wissen, was das Unternehmen oder ihr selbst euren Lesern und Leserinnen überhaupt mitteilen möchtet.

Laut Literatur kann Content als das intellektuelle Vermögen eines Unternehmens oder einer Person bezeichnet werden, welches selektiert, erweitert und strategisch eingesetzt werden soll. Die dahinterstehende Strategie unterstützt euch bei der Aufbereitung von hochwertigen Content und verhilft euch somit zum Erfolg.

Was genau ist (guter) Content und warum ist er King?

Grundsätzlich wird unter Content alles verstanden, was den Usern im Web zur Verfügung steht. Anders gesagt: sämtliche Fotos, Memes, Buttons, Icons, Videos, Texte, usw. die ihr lesen, sehen, erfassen oder in sonst irgendeiner Weise konsumieren könnt, werden als Content bezeichnet.

Wer an dieser Stelle gedanklich noch dabei ist, wird hier vielleicht kurz aufschreien. Denn dieser Aussage zufolge bezieht sich guter Content nicht nur darauf wie Informationen formuliert und Texte geschrieben sind, sondern auch um die Darstellung und Präsentation. Es geht sozusagen um das große Ganze.

Able und Bailie (2014) betrachten Content aus einer etwas technischeren Perspektive und bezeichnen damit alles was sich innerhalb eines Containers, sprich zwischen zwei Tags befindet – Für alle Nicht-Techniker unter euch: als Tags werden in HTML das Größer- und Kleinerzeichen < > auf eurer Tastatur bezeichnet – Durch die Verbindung von Daten und Kontext entsteht Content der für jeden verständlich und somit verwendbar ist. Was wiederum so viel heißt wie: je mehr (relevante) Informationen ihr euren Usern zur Verfügung stellt, desto verständlicher werden die Inhalte. Das bedeutet natürlich nicht, dass ihr eure Website oder euren Blog mit sämtlichen Errungenschaften und Informationen zukleistern sollt. Frei nach dem Motto „so wenig wie möglich, so viel wie nötig“ liegt es an euch, die Inhalte so aufzubereiten, dass sie für eure Zielgruppe verständlich und nützlich sind.

“Good content speaks to people in a language they understand and is organized in ways that make it easy to use” (Erin Kissane).

Betrachtet man nun die vorangegangen Informationen könnte man sagen, Content das Kernstück eines jeden Unternehmens, Bloggers, Journalisten usw. Sprich er ist King. Dabei stellt sich jedoch noch die Frage, was guten und effektiven Content ausmacht.

Kissane und Halverson (2011) definieren in ihrem Buch folgende Grundprinzipien für guten Content:

  • Good content is appropriate
  • Good content is useful
  • Good content is user-centered
  • Good content is clear
  • Good content is consistent
  • Good content is concise
  • Good content is supported

Gute Inhalte sollen demnach für den User und das Unternehmen gleichermaßen geeignet sein. Macht Sinn, oder? Schauen wir uns das nochmals etwas genauer an. Content ist dann bestens für eure Leser und Leserinnen geeignet, wenn diese das Gefühl haben zum richtigen Zeitpunkt, die richtigen Informationen zu erhalten. Um das zu ermöglichen, sollte jeder Inhalt, den ihr auf eurer Website oder eurem Blog darstellt ein klares und spezifisches Ziel verfolgen. Sowohl für eure User als auch für euch selbst ist es wichtig zu wissen, für welche Zwecke der jeweilige Content eingesetzt werden soll bzw. kann. Eine einheitliche und präzise Aufbereitung eurer Inhalte kann euch zudem viel überflüssige Arbeit ersparen. Wisst ihr bereits im Vorhinein, welche Wünsche und Bedürfnisse eure User haben, ist es einfacher Texte zu verfassen und Inhalte anzupassen. Ein weiterer wichtiger Punkt für guten Content ist die Aktualität der Inhalte. Mit Hilfe von Tools wie Editorial Calender und der gleichen habt ihr eure Inhalte ständig im Überblick und könnt sie somit einfach anpassen, erweitern oder archivieren. Guter Content, beziehungsweise Content allgemein, verlangt demzufolge eine angemessene Planung, sprich eine Content Strategie sowie ein gewisses Maß an Empathie.

Was wär ein König ohne seine Königin?

Ist der Content König ist die dahinterstehende Strategie seine Königin. In der Content Strategie sind Analyse und Planung das A und O. Ohne die beiden ist es schwer, den richtigen Content zur richtigen Zeit an die richtige Zielgruppe zu spielen.

Wenn ihr euch jetzt Fragt, was Content Strategie eigentlich ist – hier ein paar Auslegungen der internationalen Community:

„Content Strategy is the analyzing and planning to develop a repeatable system that governs the management of content throughout the entire content lifecycle” (Able & Bailie, 2014).

“Content Strategy guides your plans for the creation, delivery, and governance of content”(Halverson & Rach, 2012)

“Content strategy is to copywriting as information architecture is to design” (Rachel Lovinger, 2007)

Planning for the creation, aggregation, delivery, and useful governance of useful, usable, and appropriate content in an experience” (Margot Bloomstein).

Kurz gesagt: Content Strategie beschäftigt sich mit der Analyse, Planung, Erstellung, Veröffentlichung und Wartung jeglicher Inhalte sodass diese immer wieder verwendet und eingesetzt werden können. Mit Hilfe einer geeigneten Content Strategie könnt ihr euch also jede Menge Arbeit ersparen und nebenbei auch gleich die alten Beiträge ausmisten. Frühjahrsputz sozusagen. Wichtig ist hierbei, dass ihr eure Content Strategie laufend optimiert, erweitert und neu definiert. Je länger ihr die Content Strategie im Einsatz habt, desto einfacher könnt ihr diese eurer (Unternehmens-)Vision angepasst und somit effizienter und effektiver handeln.

Man könnte nun sagen ohne Königin ist der König unvollkommen. Denn was wäre ein König ohne eine stützende und manchmal lenkende Hand an seiner Seite? Als Paar für alle Ewigkeit, unterstützt euch die Content Strategie somit beim Streben nach Vollkommenheit und hilft euch eure Website oder euren Blog für euch und eure Zielgruppe entsprechend aufzubereiten.

Und wenn sie nicht gestorben sind, …

 

Referenzen

Abel, S., & Bailie, R. A. (2014). The language of content strategy. XML Press.

Bailie, R. A., & Urbina, N. (2013). Content Strategy: Connecting the dots between business, brand, and benefits. Xml Press.

Eichmeier, D., & Eck, K. (2014). Die Content-Revolution im Unternehmen: Neue Perspektiven durch Content-Marketing und-Strategie (Vol. 10403). Haufe-Lexware.

Löffler, M. (2014). Think Content! : Grundlagen und Strategien für erfolgreiches Content-Marketing. Galileo Press. (Kissane & Halverson, 2011)

Halvorson, K., & Rach, M. (2012). Content strategy for the web. New Riders.

Rachel Lovinger “Content Strategy: The Philosophy of Data.”

 

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