User Experience – von der Strategie zum Design

 

Was ist User Experience? Was hat User Experience mit Design zu tun? Warum braucht es eine Strategie? Und welchen Einfluss hat User Experience auf eure User wirklich? Fragen über Fragen rund um das Thema User Experience oder kurz UX und Antworten dazu findet ihr hier.

Warum eine gute UX Strategie eure Website am Leben hält

Hinter jeder guten Lösung steckt – zumindest in den meisten Fällen – eine gut durchdachte Strategie. Was so viel heißt wie: erst planen, dann machen. Warum ihr nicht nur auf eine gute Content Strategie setzen solltet sondern auch auch eine entsprechende UX Strategie benötigt ist einfach erklärt:

User Experience beschäftigt sich, wie der Name schon sagt, mit der Erfahrung und Bedürfnissen der Benutzer. Dabei liegt der Fokus hauptsächlich auf der Nutzerfreundlichkeit der Websites und Apps sowie auf dem Nutzererlebnis des Users. Je mehr positive Erfahrungen der User auf seiner Journey anhäuft, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er oder sie eure Website wieder besucht und/oder eure App weiterverwendet, im besten Fall sogar dafür bezahlt. Hört sich doch einigermaßen plausibel an, oder nicht? Bleibt nur noch die Frage: Was genau eine positive User Experience ausmacht? Jesse James Garrett erklärt das Ganze folgendermaßen:

„A positive user experience is one in which the goals of both the user and the organization that created the product are met.”

Grob gesagt, stimmen die Ziele und Bedürfnisse der User mit den Zielen des Unternehmens überein sind alle Beteiligten happy. Dabei gilt jedoch zu beachten – „the User is King“ – und zwar immer. Auch Google hat dies in deren 10 Grundsätzen bereits festgehalten: „Der Nutzer steht an erster Stelle, alles Weitere folgt von selbst“. – Hierzu ein kleiner Hinweis: Auch Google und andere Suchmaschinen mögen bzw. bevorzugen Websites die useroptimiert sind und mit einer positiven User Experience überzeugen.

Von Existenzrechten und Überlebenschancen

„Wenn die Nutzer einen Gegenstand weder nutzen möchten noch können, bräuchte er eigentlich gar nicht zu existieren.“ (Jakob Nielsen und Hoa Loranger)

Dasselbe gilt für Websites, Apps und Onlineshops. Kann oder möchte der User die Seite nicht verwenden ist sie offen gesagt für die Tonne. Was wiederum zeigt, wie wichtig es ist, die Seite an die Bedürfnisse eurer Nutzer anzupassen. Zielgruppenanalyse und Personas sind hierbei zwei der wesentlichen Stichworte. Denn nur durch ausreichende Recherchen zu eurer Zielgruppe ist es möglich die Bedürfnisse dieser zu befriedigen. Um die Überlebenschancen eurer Website zu erhöhen benötigt ihr also eine entsprechende Strategie, die euch auf einem sicheren Pfad durch den Urwald des User Experience Design führt.

„The Elements of the User Experience“

 Ein Prozess, fünf Ebenen und eine Vielzahl an Erfahrungen oder kurz gesagt, das Modell von Jesse James Garrett. Er visualisiert in seinem Buch „The elements of the User Experience“ den Prozess des User Experience Designs auf fünf verschiedenen Ebenen – strategy, scope, structure, skeleton und surface. Ausgehenden von der Strategie und einem holistischen Blick auf das große Ganze bis hin zum Visual Design an der Oberfläche, zeigen die Ebenen wie vielfältig das Thema User Experience ist und wie weitreichend der Einfluss auf eure die Zielgruppe sein kann.

  1. Strategy

Die Strategie ist der Grundstein für alle darauffolgenden Prozesse. Sie verdeutlicht den Grund warum ein Produkt oder eine Website entwickelt wird. Auf dieser Ebene geht es vor allem darum, den Sinn eures Vorhabens zu hinterfragen. In sozusagen jenem ersten Schritt wird definiert, wer eure Zielgruppe ist, sprich für wen ihr eure Website entwerft und vor allem welche Bedürfnisse und Ziele es sowohl auf Seiten der User, als auch auf Seiten eures Unternehmens zu erfüllen gilt. Dazu solltet ihr euch folgende Fragen stellen:

  • Für wen wird die Website erstellt?
  • Wer ist die Zielgruppe / wer sind die Stakeholder?
  • Warum sollen Personen die Website nutzen?
  • Warum benötigen Personen die Website?
  • Was sind die Bedürfnisse und Ziele der Benutzer?
  • Was sind unsere eigenen Ziele
  1. Scope

Wurden die wesentlichsten Fragen geklärt und die Bedürfnisse eurer User ausgeforscht geht es im nächsten Schritt darum, die funktionalen und inhaltlichen Anforderungen der Website zu ergründen. Wichtig ist hierbei, dass die Anforderungen an eure Ziele und eure Strategie angepasst werden.

Funktionale Anforderungen (funtional requirements) befassen sich weitgehend mit allen Bedarfen in Bezug auf Funktionen und Features:

  • Welche Funktionen und Features sollen in die Website eingebaut werden?
  • Welche Funktionen braucht der User, um seine Ziele zu erreichen?
  • Wie stehen die Funktionen miteinander in Beziehung?
  • Wie arbeiten die Funktionen zusammen?

Die inhaltlichen Anforderungen (content requirements) beziehen sich auf die Content Elemente die auf eurer Website vorhanden sein sollen. Zu definieren wie euer Content aufgebaut werden soll, hilft euch zudem dabei einzuschätzen, wie groß das Projekt wird und wie viel Zeit es in Anspruch nehmen wird.

  1. Structure

Die Ebene der Struktur beschäftigt sich mit den Bereichen Interaction Design (funktionale Anforderungen) und Information Architecture (inhaltliche Anforderungen). Hier geht es vorwiegend darum wie User mit eurer Website interagieren, wie euer System auf die Interaktion reagiert und wie die einzelnen Kategorien und Content Elemente organisiert sind. Wichtig ist, dass ihr hierbei auch die Suchmaschinenenoptimierung nicht außer Acht lässt. Denn, ist die Seitenstruktur eurer Webseite zu komplex oder entsteht „dublicate Content“ wirkt sich das negativ auf euer Ranking aus.

  1. Skeleton

Ist die Struktur der Website einmal festgelegt, werden im nächsten Schritt die ersten visuellen Aspekte aufgenommen. Die Skeleton-Ebene teilt sich in drei Bereiche: Interface Design, Navigation Design und Information Design.

Interface Design: Hier legt ihr fest, wie die Elemente eurer Website präsentiert und arrangiert werden sollen. Wichtig ist hierbei darauf zu achten, dass es dem Benutzer möglich ist mit der Funktionalität des Systems zu interagieren

Navigation Design: Die Navigation ist ein wesentlicher Bestandteil eurer Website. Wie der User auf der Oberfläche eurer Website und durch die Informationen navigiert muss daher entsprechend durchdacht werden.

Information Design: In diesem Bereich definiert ihr, wie die Informationen auf eurer Website dargestellt werden sollen, sodass sie für den User verständlich sind.

Zusammengefasst beschäftigt sich die Skeleton-Ebene mit der Darstellung und Anordnung aller Elemente mit denen der User auf der Website interagiert. Dabei müsst ihr darauf achten, wie sich der User auf eurer Website bewegt und wie Informationen präsentiert werden, um für den User effektiv uns offensichtlich zu sein. Um das Ganze zu vereinfachen und erste Ideen zu kreieren könnt ihr verschiedene Wireframes oder Mockups verwenden.

  1. Surface

Der letzte Schritt fast alle vorangegangen Schritte zusammen und gibt eurer Website, App oder eurem Online Shop den letzten Schliff. Im Final Look and Feel definiert ihr Layout, Typografie, Farben, etc. eurer Website.

Die Elemente des Prozesses zeigen, dass schnelle und einfache Lösungen meist nicht zielführend sind. Auch wenn Quick and Dirty Lösungen oftmals verlockend erscheinen, eine gute Strategie hilft euch langfristig eure User zu halten.

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